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Eisenmann ist Wegbereiter des Paint Shop 4.0 und präsentiert erstmals integriertes Gesamtkonzept für die Lackiererei der Zukunft

Böblingen/ Holzgerlingen, 7. November 2018 – Aufgebaut und vormontiert für eine neue Lackiererei im ungarischen Kecskemét, präsentierte das süddeutsche Anlagenbauunternehmen Eisenmann gestern in Holzgerlingen modernste Anlagentechnik in Aktion. Dabei wurden die ineinandergreifenden einzelnen Produktionsschritte und Eisenmann Technologien gezeigt, mit denen erstmals eine hochflexible skidlose Lackieranlage in die Praxis umgesetzt wird - Zukunft aus einer Hand!

Im Eisenmann Technologiezentrum in Holzgerlingen bei Stuttgart werden Anlagenkomponenten für Kunden vormontiert. Die rund 15.000 m2 großen Hallen bieten die Möglichkeit, kundenspezifische Lösungen vor ihrer Auslieferung einem Praxistest zu unterziehen und, in enger Abstimmung mit dem Kunden, neue Technologien auf dessen individuelle Bedürfnisse anzupassen. So auch im Fall der neuen Lackiererei für die Erweiterung des Mercedes-Benz Werks in Kecskemét (Ungarn). „Wir sind stolz darauf, in Kecskemét eine skidlose Lackieranlage zu realisieren, bei der mehrere unserer technologischen Lösungen zum Einsatz kommen. Mit der Kombination unserer Industrie 4.0-fähigen Technologien erwecken wir den hochflexiblen und effizienten Smart Paint Shop zum Leben“, so Jörg Robbin, Vice President Product Development, Automotive Systems bei Eisenmann.

Skidlos durch die Lackiererei

Die Basis des integrierten Gesamtkonzepts der flexiblen, smarten und hocheffizienten Automobillackieranlage bildet das modulare Fördersystem VarioLoc. Es ermöglicht den skidlosen Transport der Karossen. „Der Wegfall der schweren Skids ist die Grundlage hoher Flexibilität in der Lackiererei hinsichtlich wechselnder Taktzeiten, Durchsätze, Kapazitäten und Fahrzeugarchitekturen“, erklärt Robbin.

Die VarioLocs bewegen sich auf einer am Boden installierten Schiene und befördern so die Karossen durch die Lackiererei. Taktzeiten und Durchsatz lassen sich dabei flexibel gestalten und optimieren, weil die VarioLocs dank ihres Konzepts mit autarken Antrieben ihre Geschwindigkeit je nach Prozessschritt variabel anpassen können. Darüber hinaus kann das System ohne große Umbauten erweitert und die Locs ortsflexibel eingesetzt werden, da sie alle die exakt gleiche Bauweise haben und aus konsequent standardisierten Komponenten bestehen. So ist es möglich, auf wechselnde Auslastungszahlen flexibel zu reagieren. Auch die Umrüstung im Produktionsbetrieb auf verschiedene Fahrzeugtypen ist problemlos und ohne gesondert geschultes Servicepersonal möglich. Bei einer herkömmlichen Anlage müssten in diesem Fall komplette Skids neu angeschafft oder vorhandene aufwändig umgebaut werden.

Energieeffiziente und smarte Trocknertechnologie

Moderne Trockner sind mit ausschlaggebend für die Qualität der Lackierung bei Automobilherstellern und Zulieferern. Die Prozesse sind energieaufwendig und bieten enormes Einsparpotenzial. „Unser Smart Oven ist ein Meilenstein im Bereich der Karosserietrocknung. Mit diesem neuen Konzept kann eine gleichmäßigere Aufheizung der Karosse bei deutlich geringerem Energieverbrauch erzielt werden. Durch diese Energieeinsparung reduzieren wir den Ressourcenverbrauch unserer Anlagen und senken in großem Umfang umweltschädliche Emissionen. So profitieren Anwender langfristig von optimaler Energiebilanz und hoher Beschichtungsqualität“, so Robbin über den Smart Oven, der ebenfalls in der neuen Lackiererei in Kecskemét zum Einsatz kommen wird.

Seine ganzen Vorteile spielt das Trocknerkonzept in der Kombination mit dem skidlosen Fördersystem VarioLoc aus. Bisher mussten die schweren Skids, auf denen die Karossen die Trockner durchfahren, beim Trockenvorgang jedes Mal mit aufgeheizt und wieder abgekühlt werden. Bei circa 200 Kilogramm pro Skid ein enormer Energieaufwand. Da bei VarioLoc die Skids entfallen, lassen sich allein im Trocknerbereich bis zu 13 Prozent Energie einsparen. Dies ist jedoch nur ein Teil der insgesamt bis zu 37 Prozent, die mit dem Smart Oven jährlich eingespart werden können. Weitere Anteile bilden die Energiekosteneinsparung durch die Verwendung vorgewärmter Verbrennungsluft und die Reduzierung von Druckverlusten (16 Prozent) sowie eine auslastungsabhängige Fahrweise (acht Prozent).

Smarte Fördertechniklösung für die Vorbehandlung

Zum Lieferumfang des umfangreichen Gesamtpakets für Kecskemét gehört auch eine Vorbehandlungs- und KTL-Anlage, ausgestattet mit E-Shuttle 200. Das Fördersystem E-Shuttle 200 transportiert die Karossen mit Einzelfahrwerken durch die Prozessbecken, nachdem sie von den VarioLocs übernommen wurden. Auch mit dem intelligenten E-Shuttle 200 können unterschiedliche Fahrzeugmodelle auf ein und derselben Produktionslinie behandelt werden. Die intelligente Shuttle-Steuerung ist in Echtzeit über BUS mit dem Leitsystem verbunden und ermöglicht eine flexible eigenständige Reaktion des Shuttles auf prozessuale Änderungen. Weiterhin kann die exakte Position des Fahrzeugs jederzeit erfasst und gespeichert werden. So behält der Betreiber stets den Überblick und kann später Auswertungen vornehmen, um die Produktion zu optimieren und flexibilisieren. Das verbessert die Qualität in der Lackiererei und erhöht somit die First-Run-Quote. Dazu Jörg Robbin: „Bedenkt man den Trend zu geringeren Losgrößen in der Automobilproduktion, ist E-Shuttle 200 eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Zudem lässt sich das System dank seiner intelligenten Steuerung problemlos in vernetzte Produktionskonzepte integrieren. Auch dies unterstreicht die Zukunftsfähigkeit und Eignung von E-Shuttle 200 als Bestandteil einer Smart Factory.“

Applikations- und Abscheidetechnik

Mercedes-Benz setzt bei der Karossenbeschichtung auf Decklackierung mit füllerlosem Prozess. Der Verzicht auf die lösemittelhaltige Primerschicht verbessert die Ökoeffizienz und verringert die Betriebskosten. Zu diesem Zweck kommt ein zweischichtiger Basislackaufbau zum Einsatz, auf dessen Anwendung die Applikationstechnik von Eisenmann genau abgestimmt ist. Für Kecskemét liefert das Anlagenbauunternehmen die komplette Farbversorgung und eine Decklacklinie, bestehend aus sechs Decklackkabinen mit insgesamt 36 Lackier- sowie 24 Handlingrobotern zum Öffnen der Türen und Hauben für die automatische Innenlackierung. Der Hochrotationszerstäuber VarioBell v.2 und das Lackdosiersystem VarioCharger v.2 minimieren den Materialverlust zugunsten eines effizienten Lackierprozesses. Die Technologien zur Sealing- und Dämmmattenapplikation kommen ebenfalls von Eisenmann.

Nachhaltig und energieeffizient ist auch das mechanische, modular aufgebaute Eisenmann Lacknebelabscheidesystem E-Cube. Es bietet entscheidende Vorteile gegenüber der herkömmlichen Nassauswaschung. E-Cube ist energiesparend, arbeitet sauber ohne den Einsatz von Wasser und Chemikalien, überzeugt mit sehr hohem Abscheidegrad und ist simpel anzuwenden. Die Systemüberwachung erfolgt per Bedienterminal, die Filtermodule (Cubes) werden im laufenden Betrieb auf Knopfdruck gewechselt und die herausgefilterten Feststoffe einfach und komfortabel entsorgt.

Höchste Flexibilität im Automobilbau

Mit der skidlosen Lackiererei für das Pkw-Werk in Kecskemét beweist Eisenmann seine Vorreiterrolle in Sachen Paint Shop 4.0. Hier kombiniert das innovative Anlagenbauunternehmen modernste Technologien für eine flexible, nachhaltige und energieeffiziente Automobilproduktion, unabhängig von Karossen- oder Antriebsform und jederzeit individuell anpassbar auf wechselnde Auslastungszahlen. Die vormontierte Anlage wird bis Ende dieses Jahres in Holzgerlingen abgebaut, nach Kecskemét transportiert und dort installiert. Die ersten Karossen sollen Anfang der nächsten Dekade vom Band rollen.

Über Eisenmann

Eisenmann zählt zu den international führenden Anbietern von Anlagen und Dienstleistungen in den Bereichen Oberflächentechnik, Materialfluss-Automation, Thermoprozess- und Umwelttechnik. Seit mehr als 65 Jahren berät das süddeutsche Familienunternehmen Kunden und baut flexible, energieeffiziente und ressourcenschonende Anlagen nach individuellen Anforderungen für die moderne Produktion und Intralogistik. Eisenmann ist in Europa, Amerika und den BRIC-Staaten an 27 Standorten in 15 Ländern mit über 3.000 Mitarbeitern vertreten und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 723 Millionen Euro (2017).

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